Kinderzahnheilkunde: Erstuntersuchung, Karies an Milchzähnen und Vorsorge
Die erste zahnärztliche Untersuchung eines Kindes wird innerhalb von sechs Monaten nach dem Durchbruch des ersten Milchzahns oder spätestens zum ersten Geburtstag empfohlen. Der Zweck dieses Besuchs ist meist nicht die Behandlung, sondern das Kariesrisiko zu beurteilen, der Familie altersgerechte Hinweise zu Pflege und Ernährung zu geben und dem Kind zu ermöglichen, sich an die Praxis zu gewöhnen. Wird später eine Behandlung nötig, lässt sie sich bei einem Kind, das früh Kontakt hatte, meist leichter durchführen.

In unserer Praxis werden unsere kleinen Patientinnen und Patienten von unserer Fachzahnärztin bzw. unserem Fachzahnarzt für Kinderzahnheilkunde beurteilt und behandelt.
Warum sind Milchzähne wichtig?
Milchzähne sind nicht nur eine vorübergehende Zahnreihe; sie dienen dem Kauen, der Sprachentwicklung und dem Platzhalten für die bleibenden Zähne. In die Lücke eines früh verlorenen Milchzahns können Nachbarzähne wandern, wodurch sich der für den bleibenden Zahn nötige Platz verengt.
| Funktion | Erläuterung |
|---|---|
| Kauen und Ernährung | Ein schmerzender oder kariöser Zahn kann das Kauen und die Vielfalt der Ernährung einschränken. |
| Sprachentwicklung | Die Frontzähne tragen zur Bildung bestimmter Laute bei. |
| Platzhalten | Jeder Milchzahn hält den Platz für den darunter liegenden bleibenden Zahn. Bei frühem Verlust kann sich der Platz verengen. |
| Kieferentwicklung | Ausgewogenes Kauen unterstützt die Entwicklung von Kiefer und Muskulatur. |
Wie beginnt Karies an einem Milchzahn und wie erkennt man sie?
Der Schmelz eines Milchzahns ist dünner als der eines bleibenden Zahns; deshalb kann Karies bei manchen Kindern schneller fortschreiten. In der Frühphase können Schmerzen fehlen, weshalb regelmäßige Kontrollen wichtiger sind, als auf Schmerzen zu warten.
- Kreidig weiße Flecken nahe dem Zahnfleischrand (ein Frühzeichen)
- Braune bis schwarze Verfärbung, Einbrüche der Oberfläche
- Empfindlichkeit auf Kaltes, Warmes oder Süßes
- Das Kind vermeidet es, auf einer Seite zu kauen
- Schwellung des Zahnfleischs, Gesichtsschwellung oder Fieber — in diesem Fall nicht abwarten

Fläschchen und nächtliches Stillen: Zuckerhaltige Getränke oder Fruchtsaft aus dem Fläschchen während des Schlafs sowie häufiges nächtliches Stillen werden mit rasch fortschreitender Karies an den Frontzähnen in Verbindung gebracht. Andere Getränke als Wasser sollten vor und während des Schlafs nicht gegeben werden.
Mundpflege nach Alter und Fluorid
Das Putzen beginnt, sobald der erste Zahn im Mund sichtbar ist. Bei kleinen Kindern putzen die Eltern; im Schulalter putzt das Kind selbst, doch Aufsicht und Unterstützung durch die Eltern bleiben bestehen.
| Alter | Vorgehen |
|---|---|
| Erster Zahn – 3 Jahre | Zweimal täglich mit einer weichen Bürste mit kleinem Kopf. Fluoridhaltige Zahnpasta in der Menge eines Reiskorns (ein dünner Film). Die Eltern putzen. |
| 3 – 6 Jahre | Zweimal täglich mit einer erbsengroßen Menge fluoridhaltiger Zahnpasta. Das Kind putzt, die Eltern putzen nach und beaufsichtigen. Das Kind lernt, die Zahnpasta auszuspucken und nicht nachzuspülen. |
| Ab 6 Jahren | Zweimal täglich putzen, an den Kontaktflächen Zahnseide. Die elterliche Aufsicht besteht in abnehmendem Maß fort. |
| Alle Altersgruppen | Die Zahnpastatube wird außerhalb der Reichweite des Kindes aufbewahrt; Zahnpasta sollte nicht verschluckt werden. |
Die geeignete Zahnpastamenge und der Fluoridbedarf werden zahnärztlich nach Alter und Kariesrisiko des Kindes festgelegt.

Vorbeugende Maßnahmen
| Maßnahme | Wann kommt sie in Betracht? |
|---|---|
| Fissurenversiegelung | Wenn tiefe Rillen auf den Kauflächen der Backenzähne schwer zu reinigen sind; wird nach dem Durchbruch und bei kariesfreiem Zahn angewendet. |
| Fluoridlack | Kann je nach Beurteilung des Kariesrisikos in bestimmten Abständen in der Praxis aufgetragen werden. Die Häufigkeit ist nicht für jedes Kind gleich. |
| Ernährungsberatung | Zuckerhäufigkeit, Snackgewohnheiten und Getränkeauswahl werden durchgesehen. |
| Putzanleitung | Die Technik wird nach Alter und Geschicklichkeit des Kindes gezeigt; die Rolle der Eltern wird festgelegt. |
Fissurenversiegelungen, Fluoridanwendungen, Platzhalter und vorbeugende Kunststofffüllungen werden alle in unserer Praxis durchgeführt.

Zahnverlust und Platzhalter
Geht ein Milchzahn durch Karies oder einen Unfall vorzeitig verloren, kann ein Platzhalter erwogen werden, um das Wandern der Nachbarzähne in die Lücke zu begrenzen. Nicht bei jedem frühen Verlust ist ein Platzhalter nötig; die Entscheidung richtet sich danach, welcher Zahn verloren ging, nach dem Alter des Kindes, dem Entwicklungsstand des darunter liegenden bleibenden Zahns und den Röntgenbefunden.
Das Kind auf den Termin vorbereiten
- Statt vor dem Termin ausführliche Angstgeschichten zu erzählen, empfehlen wir, den Besuch ruhig einzuführen, etwa als „Zähne zählen“.
- Auf feste Zusagen wie „das tut nicht weh“ oder „es gibt keine Spritze“ sollte verzichtet werden, um das Vertrauen zu wahren.
- Einen Termin zu einer Zeit zu legen, in der das Kind ausgeruht ist, erleichtert die Mitarbeit.
- Frühere unangenehme Erfahrungen, ein etwaiger besonderer Betreuungsbedarf und eingenommene Medikamente sollten vor dem Termin mitgeteilt werden.
Bei Kindern mit ausgeprägter Angst wird ein schrittweises Gewöhnungsvorgehen gewählt. Bei Kindern, denen die Mitarbeit schwerfällt, die sehr jung sind oder eine umfangreiche Behandlung benötigen, erfolgt die Behandlung unter Sedierung; die Sedierung wird in unserer Praxis durchgeführt. Ist eine Vollnarkose erforderlich, erfolgt die Behandlung in den Krankenhäusern, mit denen wir zusammenarbeiten, in Begleitung einer Anästhesistin oder eines Anästhesisten und ebenfalls durch unsere Fachzahnärztin bzw. unseren Fachzahnarzt für Kinderzahnheilkunde. Das Vorgehen wird nach Beurteilung von Alter, Allgemeinzustand und Behandlungsumfang gemeinsam mit der Familie entschieden.
Häufig gestellte Fragen
Wann sollte ich mein Kind zum ersten Mal zur Zahnärztin oder zum Zahnarzt bringen?
Innerhalb von sechs Monaten nach dem Durchbruch des ersten Milchzahns, spätestens zum ersten Geburtstag. Auch ohne Beschwerden dient dieser Besuch dazu, das Kariesrisiko zu beurteilen und einen Pflegeplan aufzustellen.
Milchzähne fallen ohnehin aus — muss Karies behandelt werden?
Ja. Unbehandelte Karies kann zu Schmerzen, Infektionen, Ernährungsproblemen und frühem Zahnverlust führen; ein früher Verlust kann die Position des bleibenden Zahns beeinflussen.
Ist fluoridhaltige Zahnpasta für Kinder sicher?
In altersgerechter Menge und unter Aufsicht angewendet gilt fluoridhaltige Zahnpasta als nützlich für den Kariesschutz. Wichtig ist, dass die Menge zum Alter passt und die Zahnpasta nicht verschluckt wird.
Zwischen den Zähnen meines Kindes sind Lücken — ist das ein Problem?
Lücken im Milchgebiss sind meist zu erwarten und schaffen Platz für die bleibenden Zähne. Dennoch erfolgt die Beurteilung durch eine Untersuchung.
Schaden Daumenlutschen oder Schnuller den Zähnen?
Je nach Dauer und Intensität können sie das Bissverhältnis beeinflussen. Besteht die Gewohnheit fort, wird ein altersgerechtes Vorgehen zum Abgewöhnen erwogen.
Sind Kinderzahnheilkunde und Kieferorthopädie dasselbe?
Nein. Die Kinderzahnheilkunde umfasst Karies, Vorsorge und die Behandlung von Milchzähnen; die Stellung von Zähnen und Kiefern ist Gegenstand der kieferorthopädischen Beurteilung.
Regionale Beurteilung
In unserer Praxis an der Verbindung Beylikdüzü–Esenyurt haben bei Kindern das erste Kennenlernen in einer schmerzfreien Zeit und das frühe Erkennen des Kariesrisikos Vorrang. Der Behandlungsbedarf wird durch die gemeinsame Beurteilung von klinischer Untersuchung, Alter des Kindes, Grad der Mitarbeit und erforderlichen Röntgenbefunden geplant.
Mund- und Zahngesundheit · Karies und Kompositfüllungen · Zahnunfälle bei Kindern · Wurzelkanalbehandlung · Termin und Kontakt